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Victoria Chávez, Gründerin einer Wanderbücherei

Victoria Chávez, eine quirlige, zugewandte Frau, lebt in Quetzaltepeque, in einer der gefährlichsten Städte in El Salvador in Mittelamerika. Dort hat sie vor gut 8 Jahren die Gruppe Nayarit gegründet, die sich engagiert für die Rechte und Belange von Frauen und Jugendlichen. Zusammen mit der Journalistin Cecibel Romero  habe ich die von Nayarit ins Leben gerufene „Biblioteca itinerante“ – die Wanderbücherei – besucht.

Und was liest Du? Die Frauen von Quetzaltepeque in El Salvador mit ihrer Wanderbücherei.

Die Bücherei ist eine Holzkiste auf Rädern, die die Frauen jeweils dort hinrollen oder -ziehen, wo sie einen Platz finden. Am Tag unseres Besuchs war das eine verlassene Finca außerhalb der Stadt. Unter freiem Himmel suchen die Frauen sich ein Buch aus, das sie lesen wollen.

Menschenrechte. Frauenrechte. Die Frauen von Quetzaltepeque in El Salvador mit ihrer Wanderbücherei.

Oder sich vorlesen lassen wollen.

Victoria Chávez liest Cándida Orellana vor.

Die Frauen von Quetzaltepeque in El Salvador mit ihrer Wanderbücherei.

Am Ende des Nachmittags tauschen sich die Frauen über ihre Lektüre aus. Erzählen, was sie besonders beeindruckt hat, was sie weiterempfehlen und verabreden sich für den nächsten Lesetermin.

Ich teile diese Geschichte zum heutigen 8. März, weil ich Victoria Chávez für ihre Energie bewundere, mit der sie Bücher zugänglich macht für Frauen in einem Land, in dem es praktisch keine Büchereien gibt und die Bücher in den wenigen Buchhandlungen für die allermeisten viel zu teuer sind. Und weil ich die Frauen bewundere, die in großer Hitze auf staubigen Straßen zum Treffpunkt laufen, um für ein paar Stunden in der Gruppe zu lesen und sich auszutauschen.

Die Bilder habe ich für eine Wanderausstellung der baskischen NGO Mundubat gemacht.

Mehr Bilder von der biblioteca itinerante hier.

Es gibt 1 Kommentar

  1. Ulrike Pfeil

    Wunderbare Bilder, wunderbares Projekt. Am meisten hat mich die Konzentration in den Gesichtern beeindruckt. Sogar das Handy bleibt für den Moment im Ausschnitt stecken!
    Ulrike Pfeil, Tübingen


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